Draft Recap der AFC South

In unserer Artikel-Serie „Need to Succeed“ betrachten wir die einzelnen Teams und ihre Baustellen für die Offseason. Bis zum Start der neuen Saison werden wir die Artikel immer wieder aktualisieren um zu schauen, wie die Franchises auf ihre Bedürfnisse reagiert haben.

Die AFC South war 2018 die engste Division und scheint voller Potential zu stecken. Zwar wurden vor der Saison vor allem die Jaguars hoch gehandelt, aber am Ende der Saison sind wir schlauer und wissen: jedes Team hat Talent und eine gute Basis. Dennoch haben die einzelnen Teams in der Offseason einiges zu tun.

  • Houston Texans

    Die Saison der Texans wurde mit viel Spannung erwartet. In der Offense stand vor allem Deshaun Watson im Fokus. Wird er nach seinem Kreuzbandriss an seine sehr guten Leistungen aus der Rookie Saison anknüpfen können? Und auch in der Defense kam ein Leistungsträger zurück: J.J. Watt hatte seine Rückenprobleme wohl auskuriert und sollte wieder voll angreifen.

    Nach einem verkorksten Saisonstart folgte eine lange Siegesserie, nach der man tatsächlich noch den Titel in der AFC South holte. Letztlich reichte es dann aber in der Wildcard Round nicht gegen die Colts und man verlor sang- und klanglos. Konnte Watson unter der Saison noch einige Defizite der Offense ausgleichen, wurden diese in den Playoffs umso deutlicher. Die Texans haben ein gutes Fundament, auf dem man aufbauen und durchaus einen Contender formen kann.

    Record 2018: 11-5, Wildcard Round
    • Draft Recap

      kompletter Draft

      Um es zu Beginn direkt zu sagen: die Texans sind für mich der große AFC South Verlierer dieser Offseason.

      Nachdem es schon vor dem Draft kaum nennenswerte Verpflichtungen gab, verlief auch dieser nicht nach Plan. Zwar investierte man zwei frühe Picks (23 & 55) in die Offensive Line, wurde aber in Runde eins von den Eagles überrumpelt und ließ sich so den besten Tackle vor der Nase wegschnappen. Damit wirkt Tytus Howard an 23 wie ein Reach. Auch die zweite große Baustelle, Cornerback, wurde zwar an 54 und 195 angegangen, ob da aber der große Shutdown Corner dabei ist, darf zumindest bezweifelt werden. Ansonsten gab es okayen Value bei den restlichen Picks, ich hab aber andere Needs höher gesehen.

      Am Ende bleiben bei den Texans einige Baustellen offen und die Frage, ob die Mannschaft gut genug ist, um den Division Titel zu verteidigen.

    • Free Agency Recap

      Um es gleich am Anfang zu sagen: die bisherige Offseason der Texans macht nicht gerade Hoffnung. Das Team sitzt immer noch auf 39 Millionen Dollar Cap Space (Platz zwei) und hat sich nicht nennenswert verstärkt.

      Wie erwartet wurde Jadeveon Clowney mit dem Franchise Tag gehalten – aber das war auch schon der größte Free Agency Move.

      Ansonsten hat man auf einigen Positionen gute Spieler verloren (z.B. DL Christian Covington, WR Demaryius Thomas, CB Kareem Jackson, S Tyrann Mathieu), was die Sorgen eher vergrößern als verkleinern sollte.

      Die Needs vor der Free Agency sind auch nach wie vor die größten Baustellen in Houston und müssen dringend adressiert werden, damit 2019 nicht zu einem verschenkten Jahr wird.

      Draft Preview

      Immerhin haben die Texans drei Picks in den ersten beiden Runden zur Verfügung.

      Die Needs kennt ihr aber bereits:

      1. Offensive Line
      2. Cornerback
      3. Defensive Tackle
      4. Safety
      5. Running Back
      6. Tight End
      7. Linebacker
    • Needs

      Die Texans haben mit 68 Millionen viel Cap Space und können aggressiv handeln. Oberste Priorität sollte die Offensive Line haben, um Watson mehr Zeit zu geben. Danach könnten die Texans um einige Big-Impact-Player mitbieten, allem voran ein Shutdown-Cornerback. Die Texans haben auf jeden Fall eine gute Basis, auf der man ein erfolgreiches Team aufbauen kann. Im Draft haben sie den 23. sowie einen zusätzlichen Zweitrunden Pick.

      Offensive Line

      Die Texans ließen die meisten Sacks (62) und QB Hits (126) während der Saison zu. Dass es nicht noch mehr waren, ist nur Watsons Spielstil zu verdanken. Man braucht keine bestimmte Position in der Line hervorheben, sondern muss generell Verstärkung finden – dringend.

      Cornerback

      Hier könnte die größte Baustelle neben der O-Line entstehen. Zwar hatten die Texans mit vielen Verletzungen auf dieser Position zu kämpfen, aber die erste Garde gehört nicht mehr zu den jüngsten (Jonathan Joseph wird 35, Kareem Jackson 31). Hinter den beiden fehlt es auch an Qualität, zudem wird Jackson Free Agent und zu den jetzigen Konditionen wohl nicht in Texas bleiben. Hier besteht also dringend Handlungsbedarf.

      Running Back

      Lamar Millers Saisonstatistik liest sich gar nicht so schlecht: 973 Rushing Yards (Platz 11 unter den Running Backs) und ordentliche 4.6 Yards per Carry. Aber ein Blick auf einzelne Spiele, besonders gegen die mit einer besseren Run Defense, zeigt, dass Miller nicht zu den Elite Runnern gehört. Alfred Blue wird Free Agent und man darf gespannt sein, wie sich D’Onta Foreman (2017er Draftpick) nach überstandenen Verletzungen macht. Aber mehr Tiefe dürfte den Texans hier nicht schaden.

  • Indianapolis Colts

    Die letzte Offseason der Colts hat mit dem Hick-Hack um die Head-Coach-Position schon denkbar schlecht angefangen. Dazu kam die ganze Ungewissheit um Andrew Luck und nicht wenige Experten sahen sie als das schlechtestes Team der NFL.

    Der 1-5 Start in die Saison ließ auch nichts Gutes erhoffen, aber es folgte eine Winning Streak von zehn Spielen. Die Saison fand letztlich in der Divisional Round ihr Ende, nachdem man eine Woche zuvor noch die Texans eindrucksvoll aus den Playoffs schmeißen konnte. Dass es doch noch ein bisschen zu tun gibt, und die Defense über weite Strecken über ihren Erwartungen gespielt hat, hat die deutliche Niederlage gegen die Chiefs gezeigt. Aber die Colts können ein Team sein, dass uns in den nächsten Jahren viel Spaß bereiten kann und langfristig um den AFC South Titel mitspielen wird.

    Record 2018: 10-6, Divisional Round
    • Draft Recap

      kompletter Draft

      Der Draft der Colts war zusammengefasst: solide. Die ganz großen Needs gab es nicht, weshalb die Taktik der Colts ziemlich gut aufging. Sie sind aus der ersten Runde rausgetradet, haben Anfang der zweiten aber einen der besten Cornerbacks (Rock Ya-Sin) bekommen (auf jeden Fall den mit dem besten Namen) und die D-Line gestärkt (Ben Banogu).

      Der wohl spektakulärste Pick war an 59 Parris Campbell. Der bereits beim Combine aufgefallene Receiver bringt eine Menge Schnelligkeit in die Colts Offense und sollte von Tag eins einen Einfluss haben.

      Außerdem wurden auch die Linebacker und die Safeties aufgestockt. Somit haben die Colts alle Needs erfüllt, die ich bei ihnen vor dem Draft gesehen habe. Hoffentlich schaffen sie es auch, das alles in Qualität auf dem Feld umzumünzen. Sollte das nicht gelingen und die Colts hinter den Erwartungen zurück bleiben, muss das Front Office sich Fragen gefallen lassen, warum sie mit ihren Möglichkeiten nicht aggressiver waren.

    • Free Agency Recap

      Wide Receiver

      Mit Devin Funchess kommt ein junger Receiver zu den Colts, der einen guten Gegensatz zu Allzweckwaffe T.Y. Hilton darstellen kann. Auch wenn er sich bei den Panthers nie wirklich durchsetzen konnte, ist er meiner Meinung nach eine gute Nummer Zwei und damit eine Verstärkung im Receiving Corps. Wenn die Colts hier jetzt noch einen mittleren Draft Pick investieren, bin ich an dieser Stelle sehr zufrieden.

      Safety

      Clayton Geathers hat einen neuen Vertrag bekommen, was schon mal etwas Sicherheit gibt. Auch wenn Safety jetzt vielleicht nicht mehr die oberste Priorität hat, sollte hier noch etwas für die Tiefe getan werden.

      Defensive Line

      Hier wurde mit Margus Hunt verlängert, der eine tolle Saison gespielt hat. Das gibt Stabilität, sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es dahinter an Tiefe fehlt.

      Für den EDGE Rush kam Verstärkung von den Chiefs – namentlich Justin Houston. Das sollte dem Pass Rush gut tun und für mehr Druck beim gegnerischen Quarterback sorgen.

      Weitere Transactions

      Insgesamt war die Offseason der Colts wesentlich unspektakulärer, als ich es gedacht habe. Man hat mit einigen Free Agents neue Verträge ausgehandelt und auf eine große Shopping Tour verzichtet (haben dem entsprechend auch noch 58 Millionen Dollar Cap Space). Ich hoffe sehr, dass die Colts damit die richtige Entscheidung getroffen haben und sich nicht das Titelfenster verbaut haben. Aber vielleicht war es auch die genau richtige Entscheidung, denn es gibt ja auch noch den Draft.

      Draft Preview

      Dort haben die Colts nämlich einiges an Kapital und sind meiner Meinung nach in einer besonderen Situation. Sie können fast nach dem „Best Player available“ Prinzip draften. Es gibt nicht DEN Need, den man unbedingt früh angehen muss, da manche Baustellen auch noch später im Draft lösbar sind.

      Wenn ich aber eine Reihenfolge festlegen müsste, sähe diese wie folgt aus:

      1. Defensive Line (sowohl DT als auch DE)
      2. Wide Receiver
      3. Safety
      4. Cornerback
    • Needs

      Viel fehlt bei den Colts nicht. Sie haben jetzt schon eine unglaublich talentierte junge Truppe und mit 122 Millionen Dollar den mit Abstand meisten Cap Space. Wenn die Verantwortlichen sich dazu entschließen einen Super-Bowl-Run zu starten, könnte eine aggressive Free Agency à la Rams 2018 anstehen. Receiver- und Defense-Upgrades könnten dafür schon ausreichen. Und dann ist da noch der 26. und der 34. Pick im Draft.

      Wide Receiver

      Zum Glück für die Colts, scheint sich Luck vollständig von seiner Schulterverletzung erholt zu haben. Jetzt ist es an der Zeit, ihm vernünftige Waffen an die Seite zu stellen. Allen voran sind das Receiver, da neben T.Y. Hilton Qualität fehlt. Zwar macht der starke Einsatz von Tight Ends diesen Umstand etwas wett, aber es werden gleich fünf Receiver Free Agents (darunter Rogers und Inman). Zum Glück bietet die Draft-Klasse hier eine Menge Tiefe.

      Safety

      Die Colts haben im Moment gerade einmal drei Safeties für die nächste Saison unter Vertrag. Unter den Free Agents sind mit Farley und Geathers zwei durchaus solide Spieler, die vor allem im Locker Room großes Ansehen haben. Es gibt dieses Jahr einige sehr gute Spieler auf dem Markt (u.a. Eric Reid und Landon Collins), die der Secondary der Colts einen guten Boost geben könnten. Ansonsten fehlt es neben Malik Hooker an Tiefe.

      Defensive Line

      Zwar stellten die Colts eine Top-10 Defense gegen den Run, mit Margus Hunt und Al Woods werden aber zwei alternde Starter (werden beide 32 dieses Jahr) Free Agents. Somit besteht vor allem ein Bedarf in der Interior Line.

      Aber auch im Pass-Rush kann nachgebessert werden. 38 Sacks sind zwar solide, aber es fehlte vor allem an Konstanz über die Saison. Neben Jabaal Sheard mit 5.5 Sacks kam nicht viel Produktion von außen.

  • Tennessee Titans

    Trotz der Playoffteilnahme 2017 hat man das Gefühl, dass die Titans seit Jahren vor sich hin stagnieren. Immer wieder hieß es: „wenn Mariota den nächsten Schritt macht, ist mit den Titans zu rechnen“. Aber auf diesen Schritt wartet man nun schon seit mindestens zwei Jahren – vergeblich. Mariota geht 2019 in sein Contract Year und ich sehe keine Garantie, dass er danach weiterhin der Starting QB bei den Titans ist. Er hat sowohl mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und kriegt jetzt in seinem fünften Jahr seinen vierten Offensive Coordinator. Immerhin kommt er dieses Mal aus den eigenen Reihen und könnte für etwas Stabilität sorgen. Vielleicht schaffen es die Verantwortlichen, das Team so zu verstärken, dass Mariota doch noch der Franchise QB wird, für den ihn viele halten. Immerhin ist eine Positive Entwicklung auf der anderen Seite des Balls zu beobachten.

    Record 2018: 9-7
    • Draft Recap

      kompletter Draft

      Die Titans nach der Offseason zu bewerten fällt mir echt schwer. Im Prinzip ist jede Menge Talent im Roster vorhanden, was sich natürlich durch den Draft nicht geändert hat. Mit AJ Brown (an 51) kommt einer der vielseitigsten Receiver dieser Klasse nach Tennessee und erstrunden Pick Jefferey Simmons sollte die D-Line sofort verstärken.

      Dazu gab es in der dritten Runde einen Guard, der Mariota nur gut tun kann und weitere Verstärkung für die Defense.

      Aber es bleibt dabei: dieses Jahr wird richtungsweisend für die Titans und alles steht und fällt mit Mariota. Seine Voraussetzungen haben sich durch den Draft verbessert, aber jetzt muss er fit bleiben und liefern.

    • Free Agency Recap

      EDGE Rush

      Hier hat sich bisher nichts getan. Am ehesten kann man hier wohl die Verpflichtung von OLB Cameron Wake nennen, aber wirklicher EDGE Rush sieht anders aus. Hier sollte also im Draft investiert werden, wo man durch eine tief besetzte Klasse gute Spieler finden sollte.

      Tight End

      Ähnliches gilt für die Position des Tight Ends. Eine gute Draft-Klasse könnte den Nachfolger von Delanie Walker hervorbringen.

      Guard

      Quinton Spain ist mittlerweile bei den Bills und Josh Kline hat sich den Vikings angeschlossen. Dafür konnten die Titans mit Rodger Saffold den besten Free Agent Guard für sich gewinnen und damit diesen Need gut erfüllen.

      Weitere Transactions

      Ansonsten verlief die Offseason der Titans bisher nach dem Motto „Qualität vor Quantität“. Kenny Vaccaro ist der einzige Spieler, der einen neuen Vertrag bekommen hat. Ansonsten lassen sich die weiteren Neuverpflichtungen an einem Finger abzählen: Adam Humphries.

      Das ist eine durchaus gute Verpflichtung, wenn auch es die Receiver-Probleme in Tennessee nicht lösen sollte. Corey Davis scheint nicht DER Nummer 1 Receiver zu sein und drumherum fehlt es an Erfahrung. Diese findet man auch nicht im Draft, wenn auch die Qualität dort sehr hoch ist.

      Noch haben die Titans einen Cap Space von 19 Millionen Dollar und könnten nochmal aktiv werden.

      Draft Preview

      Auf der anderen Seite könnte man argumentieren, die Titans haben sich die Needs offen gehalten, die durch den Draft lösbar scheinen. Das ist aber eine durchaus riskante Taktik und wird voraussichtlich für diese Saison keine großen Änderungen für den Team-Record bedeuten. Aber vielleicht fahren sie langfristig mit dieser Strategie ganz gut.

      Ich sehe noch folgende Needs, die weiter adressiert werden sollten:

      1. Tight End
      2. EDGE Rush
      3. Wide Receiver
      4. Cornerback
      5. Defensive Tackle
      6. Interior Offensive Line
    • Needs

      2019 sollte alles im Zeichen der Evaluierung von Marcus Mariota stehen. Dazu zählt vor allem eine gute O-Line, die 2018 mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatte und deshalb hinter den Möglichkeiten blieb, aber auch offensive Waffen. Mit 37 Millionen Dollar Cap Space und Pick 19 im Draft sollte das machbar sein, um Mariota nächstes Jahr beruhigt einen langfristigen Vertrag zu geben.

      EDGE Rush

      39 Sacks klingt vielleicht erst mal gar nicht soooo schlecht (Platz 16 in der NFL), aber auf Platz 30 ist der Vorsprung wesentlich geringer als der Rückstand auf Platz 1. Davon kamen 11.5 durch die Edge Defender zu Stande. Außerdem werden Brian Orakpo und Derrick Morgen Free Agents, was eine gute Gelegenheit ist, sich auf der Position zu verjüngen und vor allem Geld zu sparen.

      Tight End

      Delanie Walker brach sich im ersten Saisonspiel den Knöchel und zog sich dabei auch Bänderschäden zu. Auch wenn er schon gesagt hat, zurückkommen zu wollen, darf bei seinem Alter eine Rückkehr zu alter Stärke zumindest bezweifelt werden. Dahinter konnte sich Jonnu Smith bisher nicht empfehlen und kommt auf gerade mal 38 Receptions in seinen ersten beiden NFL Jahren.

      Guard

      26-Millionen-Dollar-Mann Josh Kline hat unter seinem Preisniveau gespielt und Quinton Spain ist Free Agent. Hier muss dringen nachgebessert werden, um die Offense zu stabilisieren. Wenn das passiert, halte ich auch die Running Back Kombo aus Dion Lewis und Derrick Henry für durchaus gefährlich und produktiv (Tennessee stellte dieses Jahr bereits die siebtbeste Rushing Offense).

  • Jacksonville Jaguars

    Die Jaguars sind als eines der hochgehandelsten Teams in die Saison gestartet. 2017 hat man doch nur knapp den Super Bowl verpasst und viele waren sich einig, dass die Defense das Team durchaus tragen kann. Wenn Blake Bortles dazu noch an seine Leistung aus der zweiten Saisonhälfte anknüpfen würde und diese konstant halten kann, darf vom ganz großen Wurf geträumt werden.

    Viele Konjunktive und vier Monate später die große Ernüchterung – vom großen Hype ist nichts mehr übrig. Die Jaguars sind eine der großen Enttäuschungen der Saison und wurden letzter in der AFC South – auch wegen vielen Verletzungen in der Offense.

    Record 2018: 5-11
    • Draft Recap

      kompletter Draft

      Der Draft der Jaguars begann vielversprechend. Im Prinzip pickten sich die ersten beiden Runden von selbst. An Position sieben in LB Josh Allen noch einen der Top-3 Spieler zu bekommen, ist fast zu schön um wahr zu sein. Auch Pick 35 war mit OT Jawaan Taylor quasi eine best Player available Entscheidung.

      Aber danach folgten Picks, die sich doch etwas falsch anfühlten. Tight End Josh Oliver an 69 ist vielleicht noch zu verargumentieren, aber die Wahl von LB Quincy Williams hatten nicht mal die NFL Experten auf dem Zettel.

      Nach dem ganzen Hickhack um Leonard Fournette war die Wahl eines Running Backs eigentlich abzusehen. Das es dann Ryquell Armstead wird, war aber doch etwas überraschend.

      Insgesamt blieben die Jags etwas hinter den Möglichkeiten und Erwartungen zurück, können in dieser Division aber theoretisch um den Titel mitspielen.

    • Free Agency Recap

      Quarterback

      Die größte Frage bei den Jags ist für den Moment beantwortet: Nick Foles wird für die (geplant) nächsten vier Jahre die Bälle in der Offense verteilen. Das ist ein klares Upgrade gegenüber Bortles, der jetzt immerhin Backup bei den Rams ist. Aber trotzdem ist es keine Verpflichtung bei der man sorgenfrei in die Zukunft blickt. Foles war nicht ohne Grund ein Backup und hatte bei seinen Starts ebenfalls mit Leistungsschwankungen zu kämpfen. Auch wenn die Baustelle für diesen Draft geschlossen sein sollte, könnte sie nächstes Jahr wieder auftauchen – siehe das Keenum-Experiment in Denver.

      Erwähnenswert ist hier noch der sehr hoch datierte Vertrag, denn Foles bekommt über die vier Jahre 88 Millionen Dollar und die Jags kommen erst 2022 relativ günstig aus diesem Vertrag raus, ohne allzuviel Dead Money mitzuschleppen.

      Wide Receiver

      Der Receiving Leader Moncrief verlässt Jacksonville in Richtung Pittsburgh, hinterlässt aber keine allzu große Lücke. Als Verstärkung kam bisher „nur“ Chris Conley von den Chiefs, der aber auch keine klare Nummer 1 ist. Somit sollten Receiver im Draft relativ weit oben auf der Need-Liste stehen.

      Offensive Line

      Wie schon geschrieben, sind viele O-Liner der Jags Free Agents und bis auf A.J. Cann wurde (bis jetzt) keiner gehalten. Als Neuzugang kam Tackle Cedric Ogbuehi von den Bengals, der zwar immerhin ein ehemaliger First Round Pick ist, aber 2018 gerade einmal zwei Spiele bestritten hat. Das sollte nicht gerade Hoffnung machen. Und alleine durch die mangelnde Quantität besteht hier weiter dringender Handlungsbedarf.

      Weitere Transactions

      Wie erwartet, hat sich Malik Jackson verabschiedet und verstärkt nun die Eagles. War die Interior Defensive Line bereits vor seinem Weggang ein Problem, so ist sie es nun erst recht. Also darf man auch hier auf den Draft gespannt sein.

      Ich hatte vor der Free Agency auch die Running Backs als möglichen Need, da Fournette durchaus Grund zur Sorge bietet – sowohl auf, als auch neben dem Feld. Der unter der Saison ertradete Carlos Hyde ist jetzt bei den Chiefs und mit Yeldon und Grant wurde nicht verlängert. Jetzt kam Alfred Blue von den Texans, der wenigstens in ein paar Preseason-Spielen überzeugen konnte. Wenn das mal gut geht.

      Ansonsten hatten die Jaguars nicht viele Optionen, in der Free Agency aktiv zu werden. Sie sind mit einem negativem Cap Space in diese Phase der Offseason gestartet, haben aber mittlerweile immerhin 16 Millionen und rangieren damit im Mittelfeld der Liga. Und noch gibt es ein paar klangvolle Namen auf dem Markt, in die man das Geld investieren könnte.

      Draft Preview

      Für den Draft sehe ich einige Baustellen bei den Jaguars. Da hilft es leider nicht wirklich, dass sie „nur“ sieben Picks haben.

      Folgende Positionen sollten im Draft oder der weiteren Free Agency noch verstärkt werden:

      1. O-Line
      2. Wide Receiver
      3. Tight End
      4. Defensive Tackle
      5. Linebacker
      6. Running Back
      7. Safety
    • Needs

      Die Jaguars haben eines der jüngsten Teams der NFL und fraglos auf einigen Positionen, vor allem in der Defense, großes Potential, das zum Großteil noch unter Rookie-Verträgen spielt. Der frühe Pick im Draft (7th overall) kann das Team durchaus noch im Titelfenster halten, wenn er klug investiert wird. Auf der anderen Seite gibt es in der Offense viele Baustellen und das Salary Cap ist bereits jetzt mit 8 Millionen Dollar überschritten. Eine hohe Hypothek, für eine spannende Offseason in Jacksonville.

      Quarterback

      Schon seit Jahren wandelt Bortles auf einem schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn und hat dieses Jahr die vielleicht längst überfällige Quittung bekommen – er wurde für Cody Kessler gebencht. Ausgerechnet dieses Jahr ist der Quarterback Markt aber sowohl in der Free Agency als auch im Draft bei weitem nicht so gut wie die letzten Jahre. Die Jaguars brauchen hier aber dringend ein Upgrade, was die Offseason in Jacksonville auf jeden Fall interessant macht.

      Wide Receiver

      Bei den Receivern fehlt eine klare Nummer 1. Ja, mit Marqise Lee ist der mögliche WR1 noch vor Saisonbeginn ausgefallen, aber selbst danach sind Westbrook, Cole und Moncrief (noch) nicht die Antworten. Der Vorteil: alle 3 sind noch sehr Jung (Westbrook und Cole kamen im Draft 2017) und mit D.J. Chark kam auch 2018 noch ein Rookie dazu. Aber mit Moncrief als Receiving Leader (668 YDS) fehlt es einfach an Qualität. Außerdem ist er dieses Jahr Free Agent und muss erst einmal gehalten werden. Glücklicherweise scheint diese Draft Class hier jede Menge Talent in die Liga zu bringen.

      Offensive Line

      Mit den Verletzungen hat es besonders die O-Line getroffen. Fast auf jeder Position ist der Starter ausgefallen, was eine Menge Probleme nach sich zieht, wenn man diese Verluste nicht kompensieren kann. Besonders die Ausfälle von Free Agency Aquisition Guard Andrew Norwell und Center Brandon Lindner ist hier zu erwähnen. Die insgesamt sehr junge O-Line bringt durch ihre Qualität aber auch ein Problem mit sich: den Preis. Hier wird es spannend sein zu sehen, ob alle Leistungsträger gehalten werden können. Denn die Hälfte der noch fitten Spieler geht in die Free Agency.

NFL und Fantasy Football verrückt seit 2016 und durch "All or Nothing" Fan der Arizona Cardinals geworden. Kam mit seiner Kolumne "Man in Motion" ins Ach Du Alarm Team und ist einfach geblieben.

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