Need to Succeed: Die AFC North unter der Lupe

In unserer Artikel-Serie „Need to Succeed“ betrachten wir die einzelnen Teams und ihre Baustellen für die Offseason. Bis zum Start der neuen Saison werden wir die Artikel immer wieder aktualisieren um zu schauen, wie die Franchises auf ihre Bedürfnisse reagiert haben.

Fast alle haben in der AFC North in diesem Jahr daneben gelegen, was den Division-Sieger-Tipp angeht. Am Ende machte ein halber Sieg den Unterschied zwischen Division-Sieg und verpassen der Playoffs aus und die in der vorherigen Saison sieglosen Browns kamen auf eine fast ausgeglichene Bilanz. Ein Grund mehr mal in diese spannende Division zu schauen.

  • Baltimore Ravens

    Die größte Frage im Vorfeld der abgelaufenen Ravens-Saison war die nach dem Quarterback. Joe Flacco, ein alternder Star mit Mega-Vertrag, gegen Lamar Jackson, den aufstrebenden First-Round-Pick. Nach einem guten Saisonstart (4-2) folgte eine kurze Schwächephase (0-3), bis letztendlich Jackson verletzungsbedingt das Ruder übernahm.

    Mit einer starken Aufholjagd und sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen konnten die Steelers noch abgefangen werden. Daraus folgte der erste Division-Titel seit 2012 für die Ravens. In der Wildcard Round schied man dann knapp, aber nicht unverdient gegen die Chargers aus. Ironischerweise beendete ausgerechnet ein Fumble von Lamar Jackson kurz vor Schluss die Aufholjagd. Die Baltimore Ravens verfügen über ein junges Quarterback-Talent hinter einer soliden O-Line und stellten in der Regular Season die beste Defensive. Sollten in der Offseason noch die vorhandenen Baustellen geschlossen werden können, haben Ravens-Fans in der nächsten Saison wenig zu befürchten.

    Record 2018: 10-6, Wildcard Round
    • Needs

      Mit 21 Millionen Dollar Cap Space befinden sich die Ravens im unteren Mittelfeld, ebenso verhält es sich mit dem jeweils 22. Pick der entsprechenden Runde. Ihren Zweitrunden-Pick haben sie an die Philadelphia Eagles getradet, dafür haben sie in der fünften Runde zusätzlich zu ihrem eigenen den Pick der Titans. Die aufsteigende Tendenz des letzten Jahres lässt Ravens-Fans hoffen, doch um diese zu bestätigen und auszubauen sind ein paar Anpassungen nötig.

      Linebacker

      Die Defense der Ravens war in der abgelaufenen Saison die statistisch beste der Liga. Nicht außer Acht lassen sollte man jedoch, dass sowohl C.J. Mosley als auch Terrell Suggs auslaufende Verträge haben und zumindest Suggs nicht jünger wird (36). Entweder man handelt mit ihnen neue Verträge aus oder man sollte sich um Ersatz kümmern, wenn man nicht auf einmal blank dastehen will.

      Wide Receiver

      Zugegeben, Lamar Jacksons Passspiel ist ausbaufähig. Beim Versuch dieses zu verbessern würde ihm ein besseres Receiving Corps helfen. Crabtree (607 Yards), Snead (651 Yards) und Brown (715 Yards) haben alle keine Bäume ausgerissen. Browns Vertag läuft aus und bei Crabtree gibt es Gerüchte bezüglich einer Tennung in diesem Frühjahr. Hier besteht dringender Verbesserungsbedarf.

      Offensive Line

      Auch hier ein weiterer Punkt der Jackson in der Pocket mehr Zeit bringen würde, sich zu sortieren und sein Passspiel zu verbessern. Insbesondere Melvin Ingrams Leistung im Wild Card Game hat hier nochmal die Schwächen offen gelegt. Vakant sind sowohl die Position des Centers als auch die des Left Guards.

       

       

  • Pittsburgh Steelers

    Wurden die Steelers vor der Saison von vielen Experten als Contender eingestuft, so verlief die Saison mit dem letztendlichen Verpassen der Playoffs entsprechend enttäuschend.

    Gleich zu Beginn reichte es in einem aufsehenerregenden Spiel gegen die Cleveland Browns nur zu einem Unentschieden. Die ganze Saison der Steelers wurde eher durch Themen abseits des Platzes dominiert. Das Steelers-Drama wurde in der Berichterstattung zum geflügelten Begriff, der Holdout von Star-Runningback Bell, die Unstimmigkeiten zwischen Big Ben und Antonio Brown. Das alles überstrahlte die unsteten Leistungen der Offense und die bereits bekannten Schwächen in der Defense. Das, gepaart mit bisher absolut für unmöglich gehaltenen Aussetzern von Kicker Boswell, besiegelte den Worst Case der Steelers-Saison – das Verpassen der Playoffs. Spannend wird jetzt sein, wie es in Pittsburgh weitergeht. Bleibt AB84? Greift man nochmal oben an oder arbeitet man an einem Rebuild?

    Record 2018: 9-6-1
    • Needs

      Eigentlich haben die Steelers eine super Truppe beisammen – eigentlich… Neben den Baustellen in der Defensive bestimmen offene Fragen die Offseason: Bleibt Antonio Brown bei den Steelers? Und wann muss man sich um einen Ersatz für Big Ben kümmern? Mit knapp unter 20 Millionen Dollar Cap Space hat man nicht allzu großen Freiraum und findet sich auf Platz 22 der Liga wieder. Ebenso wie beim Draft, wo man an 21. Stelle an der Reihe ist. Immerhin hat man in den ersten vier Runden den Pick zur Verfügung, der Fünftrunden-Pick wurde für Ryan Switzer an die Oakland Raiders getradet, wofür man im Gegenzug zusätzlich noch deren Sechstrunden-Pick erhielt.

      Cornerback

      Fast jeder der Steelers-Cornerbacks hatte seine Momente in dieser Saison. Jedoch leider häufiger in negativer als in positiver Hinsicht. Nur acht Interceptions (Platz 28.) untermalen diesen Eindruck, dass das Defensive-Backfield nach wie vor DIE Baustelle der Steelers ist. Zumal der wohl beste Cornerback der Steelers, Joe Haden, nicht jünger wird und ein Nachfolger nicht in Sicht ist. Hier besteht ganz dringender Verbesserungsbedarf.

      Linebacker 

      Den Ausfall von Ryan Shazier konnten die Steelers bis heute nicht adäquat kompensieren. Vince Williams und Jon Bostic sind solide Inside Linebacker (ILB) und L.J. Fort hat bereits sein Potenzial angedeutet. Dennoch ist die fehlende Athletik der ILB bemerkbar und hier könnte eine Verjüngung gut tun.

      Ebenfalls gesucht wird der Gegenpart zu Outside Linebacker T.J Watt. Bud Dupree hat den Erwartungen nicht nachhaltig entsprechen können und geht in sein letztes Vertragsjahr. Sollte hier ein vielversprechendes Talent verfügbar sein, ist es gut vorstellbar, dass die Steelers zugreifen.  

      Wide Receiver

      Das Drama um Antonio Brown beschäftigt Analysten, Reporter und Fans in den letzten Wochen gleichermaßen. Sollte er gehen, müssen sich die Steelers folgende Fragen stellen: Ist JuJu ein WR1 oder braucht er den Raum, den AB ihm verschafft, um so erfolgreich zu sein? Ist James Washington bereit, als WR2 zu fungieren? Und reicht die Kadertiefe um Switzer aus? Sollten sie eine dieser Fragen mit Nein beantworten, müssten sie tätig werden um den Bedarf zu befriedigen.  

  • Cleveland Browns

    Von einer 0-16 Saison kommend, kann es eigentlich nur aufwärts gehen, aber gleich so weit?

    Mit den Draftpicks Mayfield und Chubb sowie der Verpflichtung von Star-Runningback Kareem Hunt hat man sich in der Offensive gut verstärkt, und hätte es nicht einige für die Browns typische Niederlagen gegeben (u.a. verschossene Field Goals), hätte man in der hart umkämpften AFC North sogar um den Playoff-Einzug mitspielen können.

    Dennoch, eine Saison mit 7,5 Siegen mehr als in der Vorsaison muss man unbedingt als Erfolg werten. Bleibt nur die Frage, wie weit der Weg in den folgenden Saisons noch nach oben geht.

    Record 2018: 7-8-1
    • Needs

      Der Rebuild der Browns ist im vollen Gange und zeigt bereits erste beeindruckende Früchte. 7,5 Siege mehr als in der Vorsaison sind beachtlich. Den erfolgreichen Draft 2018 habe ich in der Einführung schon angesprochen. Zusätzlich hat man mit Kareem Hunt einen absoluten Kracher verpflichten können, der zwar erstmal möglicherweise gesperrt wird, aber dem Team langfristig helfen wird – sei es durch Leistung oder durch einen Trade. Die Browns haben in den sieben Draftrunden elf Picks (zwei 3rd-, drei 5th-, zwei 7th-Round-Picks, sowie jeweils einen Pick aus den restlichen Runden) sowie fast 80 Millionen Dollar freien Cap Space. Also sehr freie Hand zu handeln und sich zu verstärken.

      Offensive Tackle

      Diese Position war bei den Browns in der vergangenen Saison von Wechseln und Inkonstanz geprägt. Desmond Harrison, Austin Corbett und Chris Hubbard überzeugten alle nicht langfristig. Einzig Greg Robinson war unbestrittener Stammspieler auf seiner Postion. Doch dieser ist, Stand jetzt, Free Agent. Da die O-Line oftmals über Wohl und Wehe der gesamten Offensive entscheidet, besteht in der Position des Tackles in diesem Jahr der dringendste Verbesserungsbedarf für die Browns.   

      Defensive Tackle

      Larry Ogunjobi (24) hatte ein gutes Jahr in Cleveland, doch sein Nebenmann, Trevon Coley, konnte das Niveau nicht mitgehen. Im Draft ist in diesem Jahr viel Potential vorhanden und Cleveland könnte hier seine D-Line verstärken. Das würde auch die Defensive Ends Garret (23) und Ogbah (25) entlasten und ihnen mehr Freiräume geben. Mit im Schnitt 24 Jahren hat Cleveland eine junge und talentierte D-Line, die mit einem guten Neuzugang die Basis für viele weitere erfolgreiche Jahre sein kann.

      Wide Receiver

      Mit Jarvis Landry (976 Yards) hat Cleveland einen Leistungsträger und Antonio Callaway (586 Yards) spielte eine vielversprechende Rookie-Saison. Auch Rashard Higgins (572 Yards) konnte aufgrund seiner guten Beziehung zu Mayfield seine Beiträge zur abgelaufenen Saison leisten, ist aber nach dieser Saison Free Agent. Ebenfalls Free Agent wird Breshad Perriman (340 Yards), beide gelten als Kandidaten für eine Vertragsverlängerung. Auf der Receiver Position ist Cleveland recht breit aufgestellt, was nötig wäre, wäre sich in der Spitze zu verbessern. Ein dominanter Receiver wäre eine weitere mächtige Waffe in Baker Mayfields Köcher. 

  • Cincinatti Bengals

    Die Bengals waren so etwas wie die Wundertüte der AFC North. Zu Beginn der Saison legten sie mit 4-1 einen starken Auftritt hin, doch durch das Verletzungspech, unter anderem traf es wieder einmal Tyler Eifert, und eine katastrophale Defensivleistung (6.618 Yards zugelassen, letzter Platz in der NFL) ließ sich diese Tendenz nicht bestätigen und es reichte in den folgenden elf Spielen nur noch zu zwei Siegen bei neun Niederlagen. Eine furchtbare Saison liegt hinter den Bengals, von der sich in Ohio niemand eine Wiederholung wünscht. Doch was ist nötig um dies zu verhindern?

    Record 2018: 6-10
    • Needs

      Acht Picks im Draft (zwei Sechstrunden-Picks) sowie ein freier Cap Space von 50 Millionen Dollar lassen Raum für Verbesserungen – und die haben die Bengals dringend nötig. Die Offensive um Dalton und Green sieht auf dem Papier gar nicht schlecht aus. Hier dürften noch ein paar gute Jahre im Tank sein, zumal mit Boyd und Mixon zwei junge Kräfte ihren Durchbruch feiern konnten und das Offensivspiel belebten. Ein komplett anderes Bild lieferte die Defensive ab. Welche Positionen genauer betrachtet werden sollten, seht ihr im Folgenden:

      Linebacker

      Die katastrophale Defense-Leistung in der abgelaufenen Saison liegt nicht zuletzt an den Leistungen der Linebacker. Mit Ausnahme von Nick Vigil waren die Leistungen aller Linebacker enttäuschend. Burfict lebt nur noch von seinem alten Ruf und hat mit Verletzungen und Gehirnerschütterungen zu kämpfen. Brown lieferte zwar solide Fantasy-Punkte, fiel aber die halbe Saison aus und hatte zudem als Middle Linebacker mit seiner Deckungsarbeit Probleme. Hier besteht akuter Verbesserungsbedarf auf allen Positionen.  

      Offensive Line

      Ein weiteres dringendes Problem der Bengals liegt in der der O-Line. Weder Trey Hopkins noch Bobby Hart erwiesen sich als Leistungsträger und dürften in der nächsten Saison Konkurrenz auf ihrer Position erhalten. Ein besonderes Thema ist die Disziplin. Mit 31 False-Start-Strafen führt Cincinatti die Liga an und die O-Line ist für insgesamt 42 der 114 Strafen verantwortlich, welche zu einem Raumverlust von 319 Yards führten. Hierauf sollte ein besonderes Augenmerk gelegt werden.

      Tight End

      Mit Tyler Eifert, Tyler Kroft und C.J. Uzomah hatten die Bengals in der abgelaufenen Saison verletzungsbedingt drei verschiedene startende Tight Ends. Nun laufen die Verträge von allen dreien aus. Am wahrscheinlichsten dürfte noch die Verlängerung mit Publikumsliebling Eifert sein, doch hier sollte man sich auch überlegen einen jungen Ersatz zu holen, der den äußerst verletzungsanfälligen Tight End kurz- bis mittelfristig ersetzen kann. 

Erster Superbowl 2008, 2009 das Herz an die Steelers verloren. Fantasymäßig nach halbherzigen DFS Testläufen seit 2016 aktiv. Mitbegründer von AchDuAlarm.

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