Need to Succeed: Die AFC East unter der Lupe

In unserer Artikel-Serie „Need to Succeed“ betrachten wir die einzelnen Teams und ihre Baustellen für die Offseason. Bis zum Start der neuen Saison werden wir die Artikel immer wieder aktualisieren um zu schauen, wie die Franchises auf ihre Bedürfnisse reagiert haben. Beginnen tun wir mir der Division des frischgebackenen Super Bowl Siegers: der AFC East.

Die AFC East

Die AFC East wird oft als eine der schwächsten Divisions der NFL hingestellt. Einzig die Patriots schwenken die AFC East Fahne regelmäßig in den Playoffs oder im Superbowl. Doch vor der Saison 2018 keimte zum ersten Mal Hoffnung auf, dass die Patriots nicht zum zehnten Mal in Folge den AFC East Division Titel holen könnten. Die Bills und die Jets sicherten sich im Draft ihre Quarterbacks der Zukunft und Tom Brady wird nicht jünger. „Leider“ blieb es bei einer Hoffnung, denn die Patriots sicherten sich erneut mehr oder weniger souverän den Platz an der Sonne. Was die anderen drei Teams in der Off-Season unternehmen sollten, um die Patriots Dominanz zu brechen, oder was die Patriots tun sollten um auch 2019 die AFC-East Krone ihr Eigen nennen zu können, schauen wir uns in diesem Artikel an.

  • New England Patriots

    Die Patriots mal wieder. Vor dem Start der Saison prognostizierten viele NFL-Interessenten, dass der Niedergang der Patriots-Dominanz einsetzen würde. 16 Regular-Season-Spiele später grüßten die Patriots wieder von ganz oben und straften alle Kritiker Lügen. Dementsprechend ist es auch ziemlich schwer echte Schwächen im System von Belichick ausfindig zu machen, da die Patriots gefühlt auch mit Mark Sanchez als Running Back den Superbowl gewinnen würden.

    Record 2018: 11-5, Superbowl Champion
    • Needs

      Nur knapp 16 Mio Dollar Cap-Space sind auf der Haben-Seite der Patriots. Allerdings konnten die Bostoner den Cap-Space auch in der Vergangenheit ganz gut austricksen, indem sie den Spielern Titel versprachen, die dann Gehaltseinbußen in Kauf nahmen. Generell gilt es die alternden und abgehenden Spieler adäquat zu ersetzen und dem Receiving Corps etwas mehr Glanz zu verpassen. Ich bin mir sicher, dass Bill Belichick schon einige Ideen in Petto hat.

      Wide Receiver / Tight End

      Insgesamt 4.405 Receiving Yards sprechen eigentlich für die Receiver der Patriots. Allerdings erreichte keiner der acht Receiver, die über 100 Receiving-Yards in dieser Saison erreichten, auch nur ansatzweise die 1.000 Yards. Julian Edelman ist mit 850 Receiving Yards am nächsten dran, gefolgt vom Running Back James White (751 Yards) und Rob Gronkowski (682 Yards). Apropos Gronk: Die Gerüchte, dass die 2018er Season seine letzte gewesen sein könnte halten sich hartnäckig. Sollte das so eintreffen, müssen sich die Patriots in der Offseason nach Ersatz umsehen.

      Edge

      Nur 30 Sacks stehen bei den Patriots in den Statistiken. Das bedeutet geteilter Platz 30 mit den New York Giants. Nur die Raiders sind noch schlechter, die in dieser Statistik aber nicht wirklich beachtenswert sind. Hinzu kommt, dass Trey Flowers zur neuen Saison Free Agent wird. Die kommende Draftclass bietet hier einiges an Talent, welches die Patriots sicherlich genau unter die Lupe nehmen werden.

      Quarterback

      Ja, ihr habt richtig gelesen. Quarterback. Die Patriots haben mit Tom Brady den wohl besten Quarterback der NFL Geschichte. Fakt ist jedoch auch, dass selbst die besten irgendwann ihre Karriere beenden. Und das wird eher früher als später der Fall sein. Deshalb ist das Bostoner Franchise gut beraten, einen würdigen Nachfolger für Brady zu verpflichten, denn ich glaube kaum, dass die Patriots das Franchise in die Hände von Bryan Hoyer legen werden.

  • Miami Dolphins

    Wenn man einen gewissen deutschen Footballexperten vor der Saison zu seinem Lieblingsteam, den Miami Dolphins, befragte, schüttelte er nur mit dem Kopf. Trotzdem konnte das Team aus dem Sunshine State sieben Siege am Ende der Regular Season sein Eigen nennen. Manchmal fragte man sich zwar, wie die Dolphins das angestellt haben, aber letztendlich sicherten sie sich den zweiten Platz der AFC East.

     

    Record 2018: 7-9
    • Needs

      Ryan Tannehill soll wohl keine Zukunft in Miami haben. Was außerdem überhaupt nicht gut aussieht? Der Cap-Space der Dolphins. Nur knapp 14 Mio Dollar haben die Fins zur Verfügung. Bleibt noch der 13. Pick im kommenden Draft um das Team entscheidend zu Verstärken. Riecht ganz stark nach einer Tanking-Season, denn in 2020 stehen knapp 80 Mio Dollar Cap-Space zu Buche.

      Quarterback

      Die Zeit von Ryan Tannehill in Miami scheint gezählt. Der 30-Jährige Quarterback der Dolphins soll in der Off-Season ersetzt werden. Brock Osweiler scheint ebenfalls nicht die Lösung zu sein, deswegen scheinen sich die Dolphins im Draft oder der Free Agency umzuschauen. Mit dem 13. Pick gibt es auf der Position bestimmt noch einige Optionen im Draft. Alternativ könnten die Fins 2019 auch als Übergangsjahr sehen und sich in 2020 dann Trevor Lawrence oder Tua Tagovailoa schnappen.

      Offensive Line

      Über die O-Line gibt es kaum positives zu berichten. Einzig der Runblock über links funktioniert gut. Die Läufe über die Mitte oder nach rechts ranken alle im unteren Drittel. Außerdem ist hervorzuheben, dass die Fins Oline Nummer 6 in zugelassenen Sacks (52) und Nummer 8 in zugelassenen QB Hits(107) ist. Klingt alles nach rundum Erneuerung.

      Defensive Line

      Platz 29 in Sacks (31) und Platz 31 in der Verteidigung gegen den Lauf. (145, 3 Yards per Game). Mehr muss man eigentlich nicht zur Dolphins D-Line sagen. Weder der Passrush, noch die Laufverteidigung spielen auf einem sonderlich hohen Niveau. Zudem ist Cameron Wake auch schon 37 Jahre alt. Defensive Tackle sowie Edge-Rusher werden in der Off-Season gefragte Personalien in Miami sein. Im kommenden Draft gibt es auf diesen Positionen viele gute Talente.

  • Buffalo Bills

    Josh Allen heißt der neue Starting-Quarterback der Buffalo Bills seit der Saison 2018. Die Bills vor der Saison richtig einzuordnen war gar nicht so einfach. Nach dem Playoff-Run in der Saison davor wusste man nicht so richtig, was mit den Bills diese Saison gehen wird. Es sollte sich herausstellen, dass nicht viel ging, aber trotzdem 6 Siege eingefahren werden konnten.

    Record 2018: 6-10
    • Needs

      Dem neuen Franchise-Quarterback fehlen die Zeit und die Targets um auch im Passspiel glänzen zu können. Allerdings ist seine Completion Rate von 52,8% kein wirklicher Hingucker und es ist Fragwürdig, inwiefern sich Allen da noch steigern kann. Um Allen besser zu supporten, sollten die Bills in der Free Agency und im Draft auf den genannten Positionen zuschlagen. Pick Nummer neun und 80 Mio Dollar Cap-Space sollten eine aktive Offseason gewährleisten. Außerdem sind Charles Clay und Shady McCoy nicht mehr die Jüngsten und ihre Ausbeute in der 2018er Season war nicht mehr die allerbeste. Was natürlich auch auf die löchrige O-Line zurückzuführen ist.

      Wide Receiver

      271 Receptions für 3.082 Yards… lasst das erstmal sacken. Nur die Cardinals waren in der Statistik schlechter als die Buffalo Bills. Das mag zum einen am neuen Quarterback Josh Allen liegen, allerdings hat der Junge auch überhaupt keine Targets. Einzig Zay Jones und gegen Ende der Saison Robert Foster zeigten, dass man auch in den kommenden Jahren auf sie setzen kann. Ein Veteran Wide Receiver würde sich gut im Corps der Bills machen, um die jungen Wilden anzuführen.

      Offensive Line

      20,9% aller Runs der Buffalo Bills endeten an der Line of Scrimmage oder dahinter. Nur die Buccaneers und die Jets haben hier einen schlechteren Wert. Ergo fehlt es dem Runblocking hier und da an Qualität. Während das Blocking in der Mitte sogar ziemlich gut ist, steht man bei den Läufen über außen in den Statistiken immer ziemlich weit unten. Die verlusste von Richie Incognito, Eric Wood und Cordy Glenn konnten nicht ansatzweise kompensiert werden.

      Running Back / Tight End

      Charles Clay hat in der abgelaufenen Saison sein schlechtestes Jahr seit 2012 hingelegt. Nur 38 Receptions für 378 Yards und NULL Touchdowns. Bei Shady McCoy ist es sogar die schlechteste Saison seit 2009. Nur 514 Rushing Yards stehen bei Shady zu buche. Beide Spieler nähern sich ihrem Karriereende und haben nur noch Vertrag für die kommende Saison. Hier sollten sich die Bills nach einer Verjüngung umschauen. Mit einem neuen Running Back könnten die Bills allerdings auch bis 2020 warten. Der Running Back Jahrgang im Jahr 2020 soll stärker sein, als die kommende 2019er Class. Bis dahin können die Bills Shady oder einen FA als Übergang nutzen.

  • New York Jets

    Mit dem neuen Franchise-Quarterback Sam Darnold starteten die Jets hoffnungsvoll in die neue Saison. Nach dem Sieg gegen die Detroit Lions im Season-Opener hofften alle Jets-Fans, dieses Jahr endlich im Playoff-Rennen mitwirken zu dürfen. Doch in den nächsten Wochen folgte Niederlage auf Niederlage und selbst die beiden Siege gegen Denver und Indianapolis konnten die Saison nicht mehr retten.

    Record 2018: 4-12
    • Needs

      Die Jets sind auf dem Weg in eine rosige Zukunft: Der Franchise Quarterback ist gefunden, mit den Verpflichtungen von Adam Gase und Gregg Williams wurden die größten Baustellen im Coaching Staff beseitigt, der Cap Space von 98 Mio Dollar lässt auf eine interessante Free Agency schließen und zu alledem gehört der 3rd Overall Pick im Draft 2019 dem grünen Team aus dem Big Apple.

      Edge

      Leonard Williams ist in seinem letzten Rookie-Vertragsjahr und man sollte abwiegen, ob man ihn für seine mehr oder weniger guten Leistungen, jedenfalls keine Top-Leistungen, mit einem neuen Vertrag belohnen sollte. Wenn man ihn ersetzen möchte, dann gibt es kaum eine bessere Draft-Klasse als dieses Jahr. Möglicherweise steigert sich Williams aber auch mit dem anstehenden Umstieg auf eine 4-3 Defense (sollte Gregg Williams sein System einsetzen, wovon auszugehen ist). Dann hätte man mit Williams und einem möglichen 3rd Overall Edge-Rusher den Passrush stark besetzt. Alternativ könnte die Big Cat auch auf Defensive Tackle wechseln um dort den 33 Jährigen McLendon zu ersetzen.

      Offensive Line

      Wenn man sich die O-Line der Jets anschaut sieht man zunächst viele Veteranen. Viele Veteranen, die nie zu den besseren Spielern der NFL zählten. Dieses Jahr war vor allem das Runblocking über links und rechts als schwäche auszumachen. Generell werden 26,1 % der Läufe von Jets-Running Backs an oder hinter der Line of Scrimmage beendet. Der schlechteste Wert der gesamten NFL. Ziel für die Offseason: Die O-Line verjüngen und den Runblock verstärken.

      Wide Receiver

      Im Receiver Corps(e) der New York Jets befindet sich kein Wide Receiver der nur ansatzweise an den 1.000 Yards kratzt. Quincy Enunwa kristallisierte sich anfangs als Lieblingswaffe Darnolds heraus, blieb aber aufgrund verschiedener Verletzungen auf der Stecke. Hier gilt dasselbe wie für die O-Line: Viele Spieler, aber keine Topspieler. Platz 27 in den Total Receiving Yards (inkl. Tight Ends) und nur 299 Receptions sprechen da eine deutliche Sprache.

Dank Mark Sanchez großer Fan der New York Jets #ChampionshipGame2009. Fantasy Football spiele ich seit 2016, in einer 36 Mann starken Dynasty-Liga, also direkt in der Champions League. Genau wie Ach du Alarm. Das ist auch Champions League!

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