Fantasy Impact der Trade Deadline

Fantasy Impact der Trade Deadline

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Am Dienstag 21:00 Uhr MEZ war es soweit. Die Trade Deadline ist abgelaufen. Ab jetzt können die NFL Teams nicht mehr miteinander traden. Bereits in der Woche davor haben einige Spieler das Team gewechselt und sowohl bei den Fans der Teams als auch bei den Fantasy Ownern für gemischte Gefühle gesorgt. Wir wollen uns mal die letzten Trades anschauen und ihren Fantasy Impact beurteilen.

RB Carlos Hyde von den Browns zu den Jaguars

Die Jaguars haben schon seit Saisonbeginn mit der Verletzungsanfällligkeit von Star-Running Back Leonard Fournette zu kämpfen gehabt. Offensichtlich geht man in Jacksonville aber davon aus, mit dem Rest des Teams durchaus einen Playoff Run zu starten, weshalb nach Verstärkung im Backfield gesucht und in Carlos Hyde gefunden wurde.

Die Gewinner des Trades

Die Running Backs der Browns: Bereits zum Draft hätte man sich denken können, dass Hyde nicht lange in Cleveland bleibt. Mit Nick Chubb hat man einen der besten Running Backs der Dratklasse bekommen und den Vertrag von Duke Johnson, einer wichtigen Säule in den letzten Jahren, um mehrere Jahre verlängert. Zusätzlich durch den Coachingwechsel bei den Browns, sollten beide Stützen für die Offense sein. Vor allem natürlich Chubb, der als Starter genug Carries bekommen sollte um mindestens RB2 Stats zu liefern. Bei Johnson wird man erst mal noch abwarten müssen, aber wenn, wird er nur in PPR Ligen interessant, da er fast ausschließlich im Passing-Game zum Einsatz kommt.

Die Verlierer des Trades

Carlos Hyde: Sowohl unter Fantasy Aspekten, als auch als Sportler ist der Trade für Hyde nicht optimal. Zwar war seine Zeit bei den Browns auch auf absehbare Zeit begrenzt, bei den Jaguars ist er aber nur ein Lückenfüller, bis Fournette wieder fit ist. Es ist kaum zu erwarten, dass Hyde über das Saisonende hinaus in Jacksonville bleibt. In Redraft Ligen ist Hyde also nur noch eine Matchup Waffe, obwohl das erste Spiel keine große Hoffnung gemacht hat. Für Dynasty Owner wird dann wohl die nächste Offseason spannend, aber bis dahin wird er einen Bench Spot füllen.

T.J. Yeldon: Yeldon hat die ganze Saison über RB2 Punkte geliefert. Wenn Fournette nicht gespielt hat, waren es sogar RB1 Stats. Nun bekommt er noch mehr Konkurrenz, was die Situation nicht besser macht. Nach der Bye Week wird Hyde bestimmt eine größere Rolle in der Offense bekommen, was Yeldons Produktivität beeinträchtigen wird. In einer Redraft Ligen ist vermutlich jetzt der Punkt gekommen, an dem man versuchen sollte Yeldon loszuwerden. Die Dynasty Spieler unter euch können sich aber auch auf die nächste Offseason freuen, da sein Vertrag bei den Jaguars endet und auch eher vielleicht das Team wechselt.

WR Amari Cooper von den Raiders zu den Cowboys

Der Ausverkauf der Raiders geht weiter und ein weiterer ehemaliger First-Round-Pick wird das Abenteuer Las Vegas nur als Auswärtsspiel erleben. Der Preis für Cooper war hoch (First-Round-Pick) und die Cowboys anscheinend die einzigen, die bereit waren diesen zu bezahlen.

Die Gewinner des Trades

Amari Cooper: Für Cooper selbst sollte der Tapetenwechsel eine positive Sache sein. Bei den Raiders konnte er sich nach den beiden sehr starken Jahren nicht mehr weiter entwickeln und unter Gruden gab es offensichtlich auch keine Perspektive mehr. Er kommt jetzt in eine Offense, die dringend sein Talent benötigt und von Spiel eins an, auf ihn bauen wird. Er sollte der klare Target Leader werden, weshalb er durchaus Fantasy Relevant bleiben wird. Man sollte allerdings die ersten Spiele noch abwarten und sich seine Rolle anschauen. Wer Cooper in einer Redraft Liga gedraftet hat, sollte zuversichtlich sein und auf das Beste hoffen, oder Cooper traden. Auf Lange Zeit gesehen hat sich Coopers Value nicht stark geändert. Er bleibt ein großes Talent, welches aber endlich Leistung zeigen muss.

Dak Prescott: Auch für den QB ist ein guter Receiver natürlich wertvoll. Er bekommt mit Copper endlich die klare Nummer eins als Passempfänger, die ihm eigentlich seit seinem Karrierebeginn fehlt. Hoffentlich entwickeln die beiden schnell eine Chemie miteinander, so dass Prescott durchaus eine streaming Option sein kann.

Ezekiel Elliot: Als Owner von Zeke ist man von der bisherigen Saison schon ein bisschen enttäuscht. Jetzt wird hoffentlich das Passing Game der Cowboys besser, was die Offense insgesamt vielseitiger macht und somit auch den Druck von Elliot nimmt. Das könnte ihm auch unter Fantasy Aspekten einen Boost geben.

Die Verlierer des Trades

Die Receiver der Cowboys: Mal Hand aufs Herz: Hat sich irgendjemand getraut, in den bisherigen Spielen einen Dallas Receiver aufzustellen? Eben. Nur Rookie Michael Gallup sollte man im Auge behalten, der vor der Bye Week seinen ersten Touchdown gefangen hat.

Derek Carr: Okay, Spiel eins nach Cooper hat überrascht. Aber es bleibt abzuwarten, ob die Offense konstant so funktionieren kann. Aber wenn ja, ist Carr plötzlich wieder startbar. Wer hätte das nach dem bisherigen Saisonverlauf der Raiders gedacht?

WR Demaryius Thomas von den Broncos zu den Texans

Über diesen Trade wurde schon eine Woche vor der Trade Deadline gesprochen, allerdings mit den Patriots als Trade-Partner. Nun sind es die Texans geworden, die nach dem verletzungsbedingten Saisonende von Will Fuller reagiert haben.

Die Gewinner des Trades

Demaryius Thomas: Bei den Broncos gab es mit Thomas und Emmanuel Sanders zwei gleichstarke Receiver, die den selben Status hatten. Nun kommt Thomas in eine Offense, in der er sich hinter Hopkins anstellen muss. Das muss aber nichts schlechtes sein. Die gesammte Texans Offense ist wesentlich besser als die in Denver. Der QB wirft haufiger, genauer und vor allem mehr Touchdowns. Auch wenn Thomas ein anderer Spielertyp als Fuller ist, stehen die Chancen gut, dass er dieses Jahr mal mehr als 5 Touchdowns machen kann. In Redraft Ligen sollte Thomas vor allem nach der Bye Week in Woche 10 startbar sein. Unter Dynasty Aspekten ist nun wohl der Punkt gekommen, ihn zu traden. Wenn Fuller nächstes Jahr zurück kommt, wird für Thomas wohl kein Platz mehr in der Offense sein.

Courtland Sutton: Der Rookie Receiver konnte schon auf sich aufmerksam machen und seine Fähigkeiten zeigen. Jetzt ist ein starting Job frei und Sutton auf einmal der WR2 in Denver. Dann kann es ja los gehen!

DeAndre Hopkins und Deshaun Watson: Gewinner ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, aber auch die Fantasy Owner dieser beiden Spieler können durchatmen. Thomas kann Hopkins dabei helfen, weniger in Doublecoverage zu laufen und somit mehr Gelegenheiten für Catches zu schaffen und Watson bekommt einen sicheren Slot Receiver ins Team.

Die Verlierer des Trades

Keke Coutee: Der Hypetrain ist gerade so richtig ins rollen gekommen, nur um dann durch diesen Trade abgebremst zu werden. Coutee konnte in den Spielen wo Will Fuller nicht gespielt hat richtig glänzen. Die Chemie mit Watson scheint zu stimmen, weshalb einer erfolgreichen Zukunft nichts im Wege stand. Thomas ist auf Grund seines Alters nicht mehr als Speedster Downfield einsetzbar, weshalb das nun die Rolle von Coutee werden könnte. Das macht ihn für den Rest der Saison sehr von Big Plays abhängig. Aber wir alle wissen, dass Watson dafür immer zu haben ist, weshalb Coutee Fantasy Relevant bleiben sollte – wenn auch nicht mit der großen Upside wie vor dem Trade. Dynasty Owner müssen sich schon ein paar mehr Sorgen machen, da bisher nicht viel für Coutee übrig geblieben ist, wenn Hopkins und Fuller auf dem Feld standen. Da müssen die Rollen erst noch gefunden werden. Und Keke hat jetzt die Gelegenheit, sich zu beweisen.

WR Golden Tate von den Lions zu den Eagles

Dieser Trade kam dann doch etwas überraschend. Wir haben vor der Saison noch darüber gesprochen, dass die Lions mit eines der besten Receiver Duos, wenn nicht sogar Trios, haben. Auf der anderen Seite sah es nicht so aus, als hätten die Eagles unbedingt einen Receiver gebraucht.

Die Gewinner des Trades

Carson Wentz: Mit Zach Ertz und Alshon Jefferey hatte Wentz schon zwei extrem gute Waffen. Jetzt kommt mit Tate eine dritte dazu, die vermutlich noch etwas besser ist als die bisherige Nummer drei, Nelson Agholor. Für einen Elite QB wie Wentz natürlich nicht schlecht.

Kenny Golladay und Marvin Jones: Aus dem Trio wird nun ein Duo, welches sich 120 zusätzliche Targets aufteilen darf. Das freut natürlich alle Owner dieser beiden Spieler, die allerdings in den nächsten Wochen ein echt hartes Programm haben (MIN, CHI, CAR, CHI, LAR). Interessant wird zu sehen sein, welcher Receiver dahinter eine größere Rolle bekommt. Vielleicht können auch die bisher Fantasy unrelevanten Tight Ends der Lions von dem Weggang Tates profitieren.

Die Verlierer des Trades

Golden Tate: Ähnlich wie bei Demaryius Thomas kommt Tate von einer Offense mit zwei gleichwertigen Receivern in ein Team, das mit Jefferey (und eigentlich noch Ertz) klare Target-Leader hat. Somit werden die Erwartungen wohl etwas herunter geschraubt werden, auch wenn Wentz im Vergleich zu Stafford durchaus ein Upgrade ist. In Redraft Ligen wäre es eine Möglichkeit, die Bye Week abzuwarten, zu hoffen, das Tate ein richtig gutes Spiel macht um ihn dann zu traden. Für Dynasty Spieler hat sich an der Grundsituation nicht viel geändert. Tate wird nächstes Jahr Free Agent. Ob er bei den Egales bleibt, wird der weitere Saisonverlauf zeigen. Aber auch wenn nicht, gäbe es einige Teams, die sich über seine Fähigkeiten freuen würden – und seine Fantasy Owner mit ihm.

Nelson Agholor: Agholor konnte seine Chance in der Abwesenheit von Jefferey nicht wirklich nutzen und muss nun um Targets fürchten. In Redraft Ligen dürfte Agholor nun entgültig irrelevant sein und die Dynasty Owner müssen wohl hoffen, das Tate nach der Saison die Eagles wieder verlässt.

RB Ty Montgomery von den Packers zu den Ravens

Montgomerys Abschied aus Green Bay hatte sich angekündigt, wurde er doch zum Sündenbock für die Niederlage gegen die Rams gemacht. Jetzt wurde er an die Ravens verschenkt, die offensichtlich nach Verstärkung fürs Running Game gesucht haben.

An der Grundsätzlichen Situation für Montgomery hat sich nicht viel geändert. Er kommt von einem Running Back Komitee ins nächste, allerdings sollte die O-Line in Baltimore etwas besser sein,

Die Gewinner des Trades

Aaron Jones: Jetzt ist die Zeit gekommen, in der Aaron Jones endlich durchstarten kann. Er galt schon seit letztem Jahr als der beste Running Back bei den Packers und hat in Jamaal Williams nur noch einen Konkurrenten. Jones sollte in Redraft Ligen umgehend ins Roster aufgenommen werden, sollte ein Owner ungeduldig geworden sein und ihn gedropt haben. Es kommen noch ein paar gute Matchups, in denen Jones startbar sein sollte.

Die Verlierer des Trades

Alex Collins und Javorius Allen: Die beiden bisherigen Running Backs müssen sich die Snaps nun noch mit einem Dritten teilen. Collins konnte bisher die Erwartungen schon nicht erfüllen, weshalb er nun höchstens noch ein FLEX Spieler ist. Allen war schon immer von seinen Touchdowns abhängig, von denen nun welche an Montgomery gehen werden. Allen ist somit für diese Saison nicht mehr Fantasy Football relevant. In Dynasty Ligen kann man nur hoffen, dass Montgomery die Ravens nach dieser Saison wieder verlässt. Ansonsten muss man sich wohl nach Alternativen umschauen.

NFL und Fantasy Football verrückt seit 2016 und durch "All or Nothing" Fan der Arizona Cardinals geworden. Kam mit seiner Kolumne "Man in Motion" ins Ach Du Alarm Team und ist einfach geblieben.

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